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Schreibcoaching: Hütet euch vor überteuerten Feel-well-Kuschelkursen! Wer einen guten Musiklehrer sucht, sollte misstrauisch werden, wenn dieser nicht weiß, was ein Akkord ist. Und wer einen guten Schreibcoach sucht, sollte misstrauisch werden, wenn dessen Texte dutzendweise Zeichensetzungsfehler enthalten. Solche Schwächen sind in der Alltagskommunikation verzeihbar. Aber im Bereich des Schreibcoachings ein deutlicher Hinweis auf einen Blender, der Tipps gibt, obwohl er selbst noch lernen müsste! Doch zahlreichen Coaches geht es nur ums leicht verdiente Geld: Sie kopieren ein paar allgemeine Schreibweisheiten aus dem Netz und garnieren diese mit Worthülsen, die gezielt die Hoffnungen von Nachwuchsautoren anregen. Dann wird vollmundig versprochen, dass das…
Hallo, Marius,
ein herzliches Dankeschön für deinen kritischen und (vielleicht nur für mich) unterhaltsamen Blogartikel! Du sprichst mir aus der Seele. Über Schreibcoaches hatte ich mir bislang noch wenige Gedanken gemacht, aber meine Überlegungen zu Druckkostenzuschuss- oder Bezahlverlagen gehen in dieselbe Richtung. Ebenso wie einige Beobachtungen über Schreibschulen oder selbsternannte Schreibgurus.
Recht gebe ich dir vor allem im Hinblick auf die Qualifikationsmerkmale all derer, die uns beim Schreibenlernen helfen wollen. Wenn ich etwa im digitalen Gästebuch einer dieser Personen lese
"Liebe Bea, danke für diesen tollen Artikel. Jetzt weiß ich endlich, wie man ein gutes Buch schreibt. Viele Grüße. Thomas" und in diesem Dreizeiler ein Dutzend Rechtschreib- und Grammatikfehler finde (die ich hier nicht wiedergegeben habe), dann weiß ich, wes Geistes Kinder der Verfasser der Zeilen wie auch die Schreibtrainerin selber sind (obwohl ihre Tipps wirklich gut waren). In meinem Gästebuch (das keiner nutzt) weise ich darauf hin, dass ich grobe Fehler verbessere, weil mir solche Fehler peinlich wären.
Bei den von dir angesprochenen leicht erreichbaren Veröffentlichungen vermisse ich dein Ansprechen des eigenständigen Hochladens der Manuskripte etwa bei Amazon, epubli und wie sie alle heißen: Dort kostet die Veröffentlichung nämlich gar nichts.
Zum Thema Qualifikation: Ich stimme dir zu, dass man Talent (auch als Autor) schwerlich lernen kann - hierüber bin ich schon mit Vertretern von Schreibschulen aneinandergeraten. Die Qualifikation des Coaches ist vom Anfänger, wie du schreibst, schwerlich zu erkennen. Ich sehe mich nicht als Schreibcoach, ich bin Autor, Korrektor, Lektor und Rezensent. Auf meiner Ebene und ohne ein literatur- oder literaturwissenschaftliches Diplom, meine Universitätsabschlüsse habe ich in BWL und Wirtschaftsrecht erworben, beim Schreiben bin ich Autodidakt. Dennoch bin ich überzeugt, mit meiner bisherigen Erfahrung, mit meiner Beherrschung der deutschen Sprache und mit Verantwortungsbewusstsein auch andern helfen zu können. Ja, ich nehme für diese von mir "Buchverbesserung" genannten Dienste Geld - ein Taschengeld, weil ich es nicht beruflich mache, und weil ich selbst meinen schriftstellerischen Spaß daran haben will.
Vielleicht finden die Leser deines Blogartikels auch in meinem Kommentar Anhaltspunkte, worauf sie achten sollten bei der Wahl nicht nur ihrer Schreibcoaches, sondern beim Suchen nach jeglichen geeigneten Lernhilfen. Und später dann beim Suchen eines ordentlichen Verlags. Es sollte mich freuen.
Beste Grüße
Michael Kothe, Autor














